Samstag, 17. November 2007
Mein "Nazometer"

Zitat von laui:
Und jetzt will die Bundesregierung und die Oposition sogar ein Denkmal für den Anschluss der Bundesrepublik an die DDR aufstellen lassen. Warum hat man eigentlich den Namen Bundesrepublik Deutschland und nicht DDR für den gesammtdeutschen Staat verwendet?

Wer Ironie findet, darf sie Behalten.

Wieso eigentlich immer die Stasi, laui?
Wir haben auch eine gesamtdeutsche totalitäre Vergangenheit, die hier wahrscheinlich sogar besser passt, weil schließlich wieder mal alles "Linke" unter Terrorverdacht gestellt wird, während der sog. "Verfassungsschutz" mit den V-Leuten die NPD füttert, das BKA Soziologen terrorisiert oder die Bundesanwaltschaft Globalisierungskritiker verwanzt (jungewelt.de/2007/11-16/047.php); die - da schließt sich der Kreis - allerdings auch schon 1988 von der Stasi ausgeforscht wurden, weshalb das BKA im Falle Holm heute auf Stasi-Akten zurückgreift.

Mir sieht der Hinweis auf die Stasi nach unserer typischen, westlich-überheblichen Verdrängung der eigenen Geschichte aus: Als ob wir - die Bundesrepublik - überhaupt nichts damit zu tun hätten.
Ironie ist gar nicht möglich, wo das Gegenteil die Wahrheit besser trifft.

Gruß
marvin
Hier nicht erschienen um 19:50 und 22:18.
Beim Wort "Zensur" tickt mein Nazometer übrigens auch ziemlich.
Das hat die ARD nun davon, dass Harald Schmidt neuerdings das "Unterschichtenfernsehen" adoptiert.

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Mittwoch, 31. Oktober 2007
Dick und Doof

helmut eichstaedt:
Ich denke, daß Beck andererseits weis, daß alle seine Parolen reine Propaganda zur Vernebelung der arglosen Bürger sind, denn in der Koalition gibtes für nichts eine umsetzbare Mehrheit.
Nebelbomben ohne Substanz mehr nicht und Kurswechsel schon garnicht.
Ihre Argumentation riecht mir aber verdammt nach Propaganda aus der anderen Ecke. Das mit der Steizeit ist doch dem Herrn Profalla über die Lippen gesprudelt und alle anderen Kritikpunkte Ihres Beitrages sind für mich Lobbyarbeit in Sachen Unternehmerverband bzw.könnten wörtlich aus der CDU/CSU Agitationszentrale stammen.

Hallo Herr Eichstaedt,
Das gehört doch zusammen wie "Dick und Doof".
Die Seele der S?PD lebt nunmal davon, dass irgendso ein Sekretär, der übrigens nicht "Pro-", sondern tatsächlich "Po"falla heißt (merke: Gesäßplumpsa), sich darüber echauffiert. Und umgekehrt geht's der Union genauso.
Parteipolitik ist Volkstheater.

Gruß
marvin
Hier zensiert um ca. 11:45.

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Die Großmächte wollen's wissen
http://forum.tagesschau.de/showthread.php?p=686975#poststop

Zitat von Tacfarinas
Gazprom hat,

Aber auch in so einem Falle bewährt sich Augenmaß und Angemessenheit.

Sie setzen erneut Gazprom mit Rußland gleich
Inzwischen subventioniert Rußland ja auch wieder die Preise in der Ukraine.

Wertester, Ihre gekünstelte Aufregung über Gazprom = Russland oder umgekehrt ist nun wirklich nicht sonderlich überzeugend. Der russische Staat ist immerhin zu über 50% Eigentümer am Unternehmen und hat selbstverständlich ein legitimes Interesse daran, dass für geliefertes Öl gezahlt wird und es sich nicht klauen lässt. Das selbe Interesse hatte auch die deutsche E.ON/Ruhrgas, die mit 6,5 % am Unternehmen beteiligt ist. Und Russland hat ungewöhnlich viel Augenmaß und Angemessenheit im Zusammenhang mit dem Öldiebstahl gezeigt. Sie sollten mir noch Ihre Vermutung mitteilen, was nach Ihrer Ansicht geschieht wenn man Halliburton derart behandeln würde. Ich meine, die USA fallen ja schon über Staaten her, nur um in den Besitz über anderer Staaten Öl zu gelangen. Das russische Öl dagegen ist völlig legitim in russischen Händen. Und Russland subventioniert nicht nur "inzwischen" wieder die Preise in der Ukraine, das taten sie auch nach Lösung des Konfliktes. Eben nur nicht in gleichem Umfang. Aber das schrieb ich bereits in einigen Beiträgen vorher.

Zitat:
Ich habe nichts gegen Subventionen, mowitz. Ich habe etwas dagegen, diese nur bei politischem Wohlverhalten zuzubilligen.

Dann müssten Sie eine unendliche Menge gegen die USA haben.

Zitat:
Betrachten Sie sich die andere Großmacht USA an, mowitz. So ein Verhalten, über eine Firma außenpolitischen Druck auf Nachbarstaaten auszuüben, ist beispiellos und ein Novum in der Politik.

Ach du liebe Zeit. Diese einzig verbliebene Weltunglücksmacht setzt Embargos nach Belieben ein. Alles nur abhängig vom Wohlverhalten oder nicht. Längstes und bekanntestes Beispiel: Kuba. Aber all die Länder aufzuzählen die sich US-amerikanischer Sanktionen wegen fehlendem "Wohlverhalten" erfreuen, würde die Zeilenbegrenzung sprengen.

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Donnerstag, 11. Oktober 2007
Teer und Federn

RainerB:
Wer behauptet denn, dass Schröder alles in eigener Regie gemacht haben soll.

Keiner. Ich habe behauptet, er hatte nicht eine einzige eigene Idee - ausser der vielleicht, selbst eben keine Idee zu haben.

Das Problem daran ist, dass es leider viel schwieriger ist, sich von 'externem' Gedankengut zu trennen als eigene Fehler einzugestehen. Das liegt an einer unguten Mischung aus Selbstbild und Fremdbewertung: Irrtümer geschehen eben und werden weithin als verzeihlich angesehen; das Opfer eines Betruges jedoch ist gerade im kapitalistischen Wertesystem meistens selbst schuld, während der Betrüger vielleicht sogar noch als "Schlaufuchs" oder so geehrt wird.
Das klebt wie Teer und Federn.

RainerB:
Er hat nur eben die richtigen Leute eingesetzt, um die Reformen überhaupt in Gang zu bringen, dass hat vorher eben niemand gemacht.

Um sich von jovialen Vertretertypen einen ausgelutschten Manchester-Kapitalismus als "hochmodern" andrehen zu lassen - dafür hätt's keine "Regierung" gebraucht.

marvin
Antwort an http://forum.tagesschau.de/showthread.php?p=680840#post680840
gepostet um 17:47

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Dienstag, 9. Oktober 2007
Zur Doppelbescheuerung

Ithaca:
Erbschafts- oder Schenkungssteuer führt daher zu einer doppelten Besteuerung.

Gruß,
Thomas

Einkommens- und Mehrwertsteuer auch. Beim Sprit wird sogar die Mehrwertsteuer auf den Brutto-Betrag incl. Ökosteuer erhoben: Die Sache mit der vermeintlichen Unzulässigkeit einer Doppelbesteuerung soll also mal wieder nur für die Wohlhabenden gelten.
Solche "Argumente" wirken erst dadurch, dass möglichst viele Journalisten den Unfug in ihren Kolumnen und Artikeln nachbeten.

Gruß
marvin
Antwort an http://forum.tagesschau.de/showthread.php?p=680186#post680186
zensiert um 17:39

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Donnerstag, 4. Oktober 2007
Die wirklich wahrste Fortsetzung von Hartz4

Zitat von gabriel:
Wir haben 4,5% Arbeitslosigkeit in BaWü und Bayern, aber 14% in Ostdtschld.

Dann laßt uns doch die Wirtschaftspolitik von BaWü und Bayern implementieren.

Zitat von Gerd60:

Sie haben ja Recht, aber dafür braucht man dazu passende Politiker:
Das geht nur, wenn die Wähler es auch so wollen.
Ich fürchte, da ist noch viel Aufklärungsarbeit zu leisten.

Gerd60

Lieber Gerd,

diese Frage stellte sich bereits 1989: Unsere westdeutsche Exportwirtschaft war damals schon dermaßen überdimensioniert, dass sie östliche Konkurrenz nicht dulden konnte und die Betriebe dort lieber platt machte (wie, das lesen Sie am besten unter tagesspiegel.de/meinung/Kommentare;art141,1883768). Unsere West-Wirtschaft, noch deutlicher die "Süd-Schiene", versorgt neben der ehemaligen DDR auch noch Europa fast im Alleingang und ist damit bekanntlich längst "Exportweltmeister". Wo Arbeitsplätze "ausgelagert" werden, ziehen Holdings den Gewinn ab.

Diese unsere Planwirtschaft, in der Konzerne sich die eigenen Gesetze schreiben, ist zu konzentriert und monopolisiert, um irgendwo "implementiert" werden zu können. Bei mehr davon stellt sich auch die schwierige Frage, wer den ganzen Mist denn noch kaufen soll.
Vielleicht Chinesen?
Mit Zwangsarbeit nach "Hitler2" (der wirklich wahrsten Fortsetzung von "Hartz4") können wir die sicher auch noch unterbieten...

Gruß
marvin
Antwort an http://forum.tagesschau.de/showthread.php?p=678809#post678809,
zensiert um 15:31

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Montag, 1. Oktober 2007
So einfach ist das
Von diesem Beitrag wurde entfernt:
Ein kurzes Zitat Gabriels sowie mein Hinweis auf den gleichlautenden ehemaligen Werbespruch der Citibank.

gabriel:
SO einfach ist das

Den Spruch kenn' ich doch: Citibank, gelle?
Der Rest erschien.
Was soll man davon halten?
Banken sind sakrosant und zahlen der TS die Werbung?

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Wo sind die Pazifisten
http://forum.tagesschau.de/showthread.php?goto=lastpost&t=30469

[/Quote]Zitat von listener
Das Thema ist hier anscheinend bis jetzt "Pazifisten-Verhauen". Das Forums-Thema scheint nur der Aufhänger dafür zu sein.
Am besten man löscht diesen ganzen thread. Weiter lesen braucht man den wirklich nicht.[Quote]

Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet Sie nach Zensur rufen. Ist ja sehr aufschlussreich. Dabei darf es doch wohl noch erlaubt sein, nach der Reaktion bestimmter politisch-gesellschaftlicher Gruppen zu fragen, die sich in arroganter Überheblichkeit sonst zu Richtern über andere aufschwingen.

Gruss
N.Ero

[QUOTE=N.Ero]Ich hätte nicht gedacht, dass ausgerechnet Sie nach Zensur rufen. Ist ja sehr aufschlussreich. [/QUOTE]

Ich bin ja durch aus Ihrer Meinung, :D aber wir haben nun mal ein Zensur-Forum (durfte gerade heute eine nachträgliche Löschung von zwei längeren Zuschriften erfahren) und da kann es schon verwundern, wenn hier ein Thema durch kommt, dass spezielle user sich vorknöpft und droht vor allem ins Persönliche auszuarten.

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Beredtes Schweigen
Hallo berlin,

Sie können mit Konjunktiven wenig anfangen? Ich denke, mowitz und andere user schon. Da beide Zuschriften verschwunden sind - was ich nun gar nicht einsehe, weil sie nun mal auf Denk- und Handlungsweisen zumindest einer europäischen Ölfirma in Burma beleuchteten und auf die Verquickung von Politik und der Firma Total verweisen. Ich halte es schon für richtig halte, nicht nur den Blick auf China zu werfen, sondern auch vor der europäischen Haustür zu kehren. Die Firma Total und ihre Argumentation sollte man ruhig mal etwas genauer betrachten. Auch europäische Firmen leisten sich einiges im Eigeninteresse.

Der FAZ-Artikel "Verwicklungen in und um Burma" vom 29.9. ist leider online nicht zugänglich. Weshalb ich mir die Mühe gemacht habe, ihn zur Info - seit wann widerspricht das den Forumsregeln - etwas zu referieren (deshalb u.a. auch gelegentlich ein Konjunktiv), ein paar Zitate des jetzigen Außenminister Bernard Kouchner zu entnehmen, die durchaus hier zum Thema beitragen, und mit meiner Meinung dazu versehen.
Da es sich auch noch um zwei längere Zuschriften gehandelt hat, d.h. ein gewisser Aufwand da war, bedanke ich mich für die nachträgliche Löschung – mein Hofknicks vor der Obrigkeit. Nachzulesen sind die beiden zensierten Zuschriften dann an bekannter Stelle.

Gruß
Listener

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Beredtes Schweigen
http://forum.tagesschau.de/newreply.php?do=newreply&p=677817
[QUOTE=mowitz]Sarkozy setzt sich für etwas ein, was die Junta gar nicht jucken kann. Total solle keine Investitionen mehr in Birma tätigen, übersieht dabei geflissentlich, dass Total selbst die Investitionsphase bereits vor über zehn Jahren abgeschlossen hat.

Heißt das nicht, dass nach 10 und mehr Jahren nicht vielleicht doch so manche neue Investition nötig wäre? – Oder?

Für den Fall von Neuinvestitionen eben hat Sarkozy zu „außerordentlicher Zurückhaltung“ aufgerufen - dies übrigens vor Vertretern aller frz. Firmen, die in Burma ansässig sind, aber natürlich mit Blick vor allem auf die im Mittelpunkt des Interesses stehende Total.
Von rechtswirksamen Sanktionen hat er einem FAZ-Artikel nach („Verwicklungen in und um Burma“, 29.9.07) nicht gesprochen.

Die Firmenleitung von Total hat darauf mit einem Kommuniqué reagiert:
„Allen, die von uns verlangen, das Land [Burma] zu verlassen, antworten wir, dass ein erzwungener Rückzug … nur bewirken würde, dass wir durch andere ersetzt würden, die wahrscheinlich weniger die Ethik respektieren, die alle unsere Aktionen bestimmt. Unser Rückzug würde ein Risiko der Verschlimmerung der Lage für die Bevölkerung darstellen.“
(Hervorhebung von mir)

Die „Ethik“ von Total ist genauer zu betrachten: Wie sahen Löhne und Leben seiner Arbeiter und Angestellten in den letzten Jahren aus und wie sind sie heute?
Denn: Total hatte seinerzeit zum Aufbau seiner burmesischen Öl-Firma sämtliche Räum- und Bauarbeiten für die Verlegung von Rohrleitungen von Zwangsarbeitern der Diktatur ausführen lassen. Zwangsarbeit bedeutete Null Lohn, knappe Ernährung, Leben in Verschlägen und Arbeiten bis zum Umfallen.

Vielleicht darf man den Satz „Unser Rückzug würde ein Risiko der Verschlimmerung der Lage für die Bevölkerung darstellen“ dahingehend verstehen: Die sollen doch froh sein, überhaupt was zu bekommen.

Gruß
listener


Zuschrift 2 (ca. zwei Stunden später)

Zur Haltung zu Sanktionen ist auch die Verflechtung von Politik und Wirtschaft im Fall von Total interessant:

1995 hatten 8 ehemalige burmesische Zwangsarbeiter in Frankreich gegen Total auf Entschädigung geklagt. Der Prozess zog sich 8 Jahre hin.

2003 erhielt auf Wunsch eines der Total-Juristen, nämlich Jean Veil (Sohn der Ministerin Simone Veil) die Beratungsfirma „BK Conseil“ den Auftrag zu einem Bericht über die Situation in Burma. BK steht für Bernard Kouchner, Chef dieser Firma und heute Außenminister. Dieser Bericht, nach einer Reise Kouchners nach Burma, wurde von Total vor Gericht verwendet und führte zu einer Rücknahme der Klage der Zwangsarbeiter und zur Gründung eines Entschädigungsfonds von 5,2 Mio Dollar für alle Zwangsarbeiter. Ziemlich wenig für die Zahl der Arbeiter und die Zahl der Jahre der Zwangsarbeit unter der Knute von Aufsehern.
Für den Bericht hatte Kouchner (seit langem mit der Familie Veil befreundet) ein Honorar von 25 000 Euro erhalten. Sein Bericht lieferte nicht nur die Grundlage für die Stellungnahme im jetzigen Kommuniqué, sondern verteidigte damals das Handeln von Total. Kouchner schrieb unter anderem darin:
„Seit vielen Jahren, ohne dass eine wirkliche Untersuchung vor Ort stattgefunden hat, wird der Ruf des französischen Ölunternehmens Total von Gerüchten und dem Vorwurf beschmutzt, dass es auf Zwangsarbeiter zurückgreife“.

Und anderer Stelle: „Wenn man die Dimension der vollbrachten Arbeiten, die Größe der Leitungsrohre, den Umfang der Maschinen kennt, dann hätte diese Anklage von selbst verschwinden müssen“. Weil das aber nicht geschehen sei, empfahl Kouchner der Total-Spitze nicht auf weitere Strafprozesse zu warten, „die von bestimmten Verteidigern der Menschenrechte, die oft schlecht informiert sind“ gestützt werden.
„Eine einzige Lösung: die Präferenz oder zumindest eine Neigung von Seiten Totals für demokratische Regime zu bekräftigen. […] Wenn der Begriff zu politisch erscheine, reicht es vollends aus von Menschenrechten zu sprechen.“

Zwar hat Sarkozy vorgeschlagen, die Staatssekretärin für Äußere Angelegenheiten und Menschenrecht nach Burma zu senden und nicht Kouchner – die FAZ meint, das sei wohl kein Zufall - aber ist es nicht doch nur unglaubhafte Augenwischerei?

Gruß
listener

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